18./19. November 1918:
Im „Volksfreund“ liest du, was dir bereits mehrfach zu Ohren gekommen ist:
„Revolutionstag in Gaggenau: Zu einer gewaltigen Kundgebung der Arbeiterschaft der Benzwerke, Eisenwerke und Bergmanns- Industriewerke gestaltete sich der heutige Tag. Auch hier machte sich das Zeichen der neuen Zeit bemerkbar und auch im vorderen Murgtal bricht sich endlich der freie Geist Bahn. Zu begrüßen ist es auch, dass der größte Teil der Werksbeamten, Techniker und Werkmeister, hauptsächlich der Benzwerke, sich der Bewegung angeschlossen haben. Um halb 12 Uhr mittags wurde in den genannten Betrieben die Arbeit niedergelegt, um in geschlossenen Reihen durch Gaggenau vor das Rathaus zu ziehen. Voran wehte eine rote Fahne. Wohl 4000-5000 Männer und Frauen mögen es gewesen sein, die sich an dieser Demonstration, wie sie der Ort noch nie gesehen hat, beteiligten, ohne die vielen, die sich schon vorher und nachträglich vor dem Rathause einfanden. Mustergültige Ordnung und Ruhe herrschte während dem Umzug sowie bei und nach der Versammlung. Vom Balkon des Rathauses sprach Genosse Sauer (Karlsruhe) zu der fast unübersehbaren Volksmenge mit feurigen Worten über die heutige Lage. Mit Interesse und Begeisterung lauschte die Menge. Hierauf wurde ein Arbeiterrat gewählt, welcher im Verein mit dem Arbeiterausschuß jedes einzelnen Betriebes mit den Direktionen genannter Fabriken über die in der Versammlung aufgestellten Forderungen danach in Unterhandlungen trat. Um 4 Uhr nachmittags wurde den wieder vor dem Rathaus versammelten Arbeitern das Resultat derselben mitgeteilt, und zwar, daß alle Forderungen von den Direktoren bewilligt wurden, was von der Arbeiterschaft mit großem Jubel begrüßt wurde. Zeigt auch weiterhin, daß ihr eure Interessen wahren wollt. Es gilt jetzt, mitzuhelfen, dem neugewählten Arbeiterrat die Arbeiten, die seiner harren, zu bewältigen. Agitiert für die Parteipresse, dann wird und muss es weiter vorwärts gehen. Es lebe die neue Regierung! Es lebe die neue Republik!“
„Revolutionstag in Gaggenau: Zu einer gewaltigen Kundgebung der Arbeiterschaft der Benzwerke, Eisenwerke und Bergmanns- Industriewerke gestaltete sich der heutige Tag. Auch hier machte sich das Zeichen der neuen Zeit bemerkbar und auch im vorderen Murgtal bricht sich endlich der freie Geist Bahn. Zu begrüßen ist es auch, dass der größte Teil der Werksbeamten, Techniker und Werkmeister, hauptsächlich der Benzwerke, sich der Bewegung angeschlossen haben. Um halb 12 Uhr mittags wurde in den genannten Betrieben die Arbeit niedergelegt, um in geschlossenen Reihen durch Gaggenau vor das Rathaus zu ziehen. Voran wehte eine rote Fahne. Wohl 4000-5000 Männer und Frauen mögen es gewesen sein, die sich an dieser Demonstration, wie sie der Ort noch nie gesehen hat, beteiligten, ohne die vielen, die sich schon vorher und nachträglich vor dem Rathause einfanden. Mustergültige Ordnung und Ruhe herrschte während dem Umzug sowie bei und nach der Versammlung. Vom Balkon des Rathauses sprach Genosse Sauer (Karlsruhe) zu der fast unübersehbaren Volksmenge mit feurigen Worten über die heutige Lage. Mit Interesse und Begeisterung lauschte die Menge. Hierauf wurde ein Arbeiterrat gewählt, welcher im Verein mit dem Arbeiterausschuß jedes einzelnen Betriebes mit den Direktionen genannter Fabriken über die in der Versammlung aufgestellten Forderungen danach in Unterhandlungen trat. Um 4 Uhr nachmittags wurde den wieder vor dem Rathaus versammelten Arbeitern das Resultat derselben mitgeteilt, und zwar, daß alle Forderungen von den Direktoren bewilligt wurden, was von der Arbeiterschaft mit großem Jubel begrüßt wurde. Zeigt auch weiterhin, daß ihr eure Interessen wahren wollt. Es gilt jetzt, mitzuhelfen, dem neugewählten Arbeiterrat die Arbeiten, die seiner harren, zu bewältigen. Agitiert für die Parteipresse, dann wird und muss es weiter vorwärts gehen. Es lebe die neue Regierung! Es lebe die neue Republik!“
Forderungen der Gaggenauer Arbeiterschaft an die Unternehmer:
1. Sofortige Einführung des Achtstundentags mit Lohnausgleich.
2.Entfernung unliebsamer Beamten.
3.Unbegrenzte Bewegungsfreiheit der Verbandsfunktionäre und Zulassung der Verbandsbeamten bei Verhandlungen.
4.Ausstellung einer Lohnregelungskomission
5.Einführung einer Ferienzeit mit Bezahlung
6.Einstellung aller vom Heeresdienst zurückkehrenden Arbeiter und Angestellten.
7. Keine Maßregelung politisch und gewerkschaftlich tätiger Angestellten und Arbeiter.“
1. Sofortige Einführung des Achtstundentags mit Lohnausgleich.
2.Entfernung unliebsamer Beamten.
3.Unbegrenzte Bewegungsfreiheit der Verbandsfunktionäre und Zulassung der Verbandsbeamten bei Verhandlungen.
4.Ausstellung einer Lohnregelungskomission
5.Einführung einer Ferienzeit mit Bezahlung
6.Einstellung aller vom Heeresdienst zurückkehrenden Arbeiter und Angestellten.
7. Keine Maßregelung politisch und gewerkschaftlich tätiger Angestellten und Arbeiter.“
(Volksfreund, 18. November 1918)
Findest du nochmals detaillierter heraus, was ein Arbeiterrat ist?
Was verändert sich durch dieses Ereigniss in deinem Leben?
Begrüßt du diese Veränderungen?
Was verändert sich durch dieses Ereigniss in deinem Leben?
Begrüßt du diese Veränderungen?